- Anzeige -


Sie sind hier: Startseite » Fachartikel » Grundlagen

Privacy Shield und die Folgen


Privacy Shield: Welche Auswirkungen wird die neue Regelung für Nutzer und Anbieter von Cloud Computing-Diensten haben?
Und welche Dienste benötigen Unternehmen als Folge, um ihre Daten stets rechtssicher und geschützt zu speichern?


- Anzeigen -





Am 1. August 2016 trat das neue Privacy Shield-Abkommen in Kraft, das für Kunden und Anbieter von Cloud Computing-Services wieder Rechtssicherheit bieten und den transatlantischen Datenfluss wiederherstellen soll. Ob Privacy Shield die Nutzer besser schützen wird als der Vorgänger Safe Harbor wird von vielen Experten jedoch bezweifelt. Auch Subhashini Simha von Thru zweifelt das Abkommen an. Ihre Einschätzung der Folgen von Privacy Shield für Unternehmen hat sie in diesem Artikel zusammengefasst. Demnach benötigen Unternehmen zukünftig mehr denn je Flexibilität ihre Daten im Notfall auch im eigenen Rechenzentrum zu hosten und sie bei sich ändernder Rechtslage aus anderen Regionen abzuziehen.

Von Subhashini Simha, Vice President Product Management and Marketing bei Thru

International aufgestellt Unternehmen operierten, seitdem der Europäische Gerichtshof die alte Safe Harbor-Vereinbarung gekippt hatte, in einer juristischen Grauzone. Der österreichische Aktivist Max Schrems hatte die Abschaffung von Safe Harbor mit seinem Verfahren gegen Facebook in Gang gebracht und der EuGH kippte das bestehende Regelwerk schlussendlich im Oktober 2015. Fast zehn Monate später, am 1. August, tritt nun die neue Abmachung zwischen der EU und den USA, genannt Privacy Shield, in Kraft. Sie soll das Vertrauen in den transatlantischen Datenfluss wiederherstellen und für alle beteiligten Parteien wieder Rechtssicherheit bieten.

Die Artikel 29 Datenschutzgruppe, die den ersten Entwurf der Kommission von Privacy Shield zu evaluieren hatte, gab im April ihre Einschätzung dazu ab, wie die Folgen von Privacy Shield aussehen würden und ob die neue Vereinbarung wohl vor dem EuGH bestand haben würde. Seitdem ist vielen Beobachtern klar, dass auch Privacy Shield nur ein Kompromiss sein würde, zu umfassend sind die Einschränkung des Entwurfs bezüglich der nationalen Sicherheit der beteiligten Länder. Sprich, wenn es um die Sicherheit aller geht, muss das Recht des Einzelnen zurückstecken.

Ob sensible Daten in der Cloud sicher sind, darf bezweifelt werden
Ob Privacy Shield besser darin sein wird, Nutzer von Cloud-Diensten in der EU zu schützen, als die vorherige Abmachung, kommt also auf den Standpunkt an. Ob sensible Daten in der Cloud wirklich sicher sind, darf aber wohl auch mit Privacy Shield bezweifelt werden. Hier gehen die Meinungen bei Experten auseinander, zahlreiche Kritiker habe jedoch Bedenken, dass der von der EU-Kommission ausgehandelte Kompromiss ausreicht um Daten von EU-Bürgern und Unternehmen angemessen zu schützen. Der kritischste Aspekt dabei war und ist weiterhin der mögliche Zugriff auf Daten durch US-Behörden.

Seitdem Edward Snowden die weitreichenden Überwachungsmaßnahmen der USA publik gemacht hat, ist das Vertrauen der EU in den Partner auf der anderen Seite des Atlantiks auf einem Tiefpunkt angekommen. Schwierig wird zudem die Situation für Firmen mit Niederlassungen im Vereinigten Königreich nach dem Brexit, da Privacy Shield dort sehr wahrscheinlich nicht gelten wird und der dortige Überwachungsdienst GCHQ den US-Kollegen in Sachen Datenüberwachung in nichts nachsteht.

Für Anbieter von Cloud-Diensten ist Rechtssicherheit natürlich wichtig und sie werden ihre Angebote schnell gemäß den neuen Regeln anpassen. Für Unternehmen die diese Cloud-Dienste nutzen, ist es aber nur ein Aspekt, dass die von ihnen genutzten Dienste der Rechtlage entsprechen. Es spielen jedoch noch zahlreiche andere Faktoren bei der Auswahl der richtigen Lösung eine Rolle, allen voran die Souveränität über die Daten und die Flexibilität den physikalischen Speicherort bei geänderten Umständen ebenfalls zu ändern. Souveränität über Daten ist mit der Public Cloud allerdings nicht zu erreichen. Nur eine Hybrid- oder Private Cloud kann hier Abhilfe schaffen.

Wo sind die Daten? Hier trennt sich die Spreu vom Weizen
Der wichtigste Aspekt einer jeden Cloud Computing-Lösung ist für Unternehmen natürlich die Sicherheit der von ihnen in die Cloud ausgelagerten Daten. Hier haben Dienste, die von Grund auf für Unternehmen entwickelt wurden, gegenüber Angeboten die aus Filesharing-Angeboten für Konsumenten entstanden, enorme Vorteile, da sie von Haus aus höheren Sicherheitsanforderungen genügen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Auswahl der richtigen Lösung liegt in derer Flexibilität, hinsichtlich des physikalischen Orts der Daten, der ja schon von Rechts wegen her wichtig ist. Dass die Public Cloud, ob mit oder ohne Privacy Shield, hier keine gute Wahl ist liegt auf der Hand. Unternehmen, die sich also auf rechtssicherem Terrain bewegen wollen, müssen daher in eine eigene Lösung investieren, die sichere Cloud-Optionen bietet und die Daten auch im eigenen Rechenzentrum und hinter der eigenen Firewall speichern kann. Damit bleibt man nebenbei auch vollkommen unbeeinflusst von jedweden Abkommen, deren Schwächen und im schlimmsten Fall einem Scheitern der Vereinbarung vor Gerichten.

Was tun, wenn bereits eine Cloud Computing-Lösung vorhanden ist?
Unternehmen, die bereits Daten in die Cloud migriert haben, suchen derzeit nach Alternativen, die ihre Daten sicher speichern und auch zukünftig Rechtssicherheit bieten, insofern also komplett unabhängig von Privacy Shield sind.

Wichtig dabei sind garantierte SLAs für Unternehmenskunden, damit man sich nicht die Bandbreite mit Millionen von Privatkunden teilen muss, wie das bei Freemium-Diensten tatsächlich oft vorkommt, die Privat- und Unternehmenskunden auf der gleichen Plattform mischen. Diese Cloud-Anbieter stellen im Normalfall auch keine zusätzlichen Funktionen für Unternehmenskunden bereit, die diese eigentlich dringend benötigen, wie etwa Verschlüsselung, Viren-Scanning und rollen-basierte Zugangskontrolle. Nur eine von Grund auf für Unternehmen entwickelte Lösung bietet umfassende Sicherheit ohne auf einfache Bedienung verzichten zu müssen.

Auch in einer globalisierten Welt müssen Unternehmen das jeweils lokale Recht einhalten. Man ist gut beraten eine Plattform zu wählen, die für Unternehmen entwickelt wurde und nicht für Konsumenten, um sicher zu gehen auch bei zukünftigen Änderungen der Rechtslage sicher weiter arbeiten zu können. Dann kann einem Privacy Shield, oder was auch immer in der Zukunft kommt, herzlich egal sein. (Thru: ra)

eingetragen: 06.08.16
Home & Newsletterlauf: 31.08.16

Thru: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>



Meldungen: Grundlagen

  • DevOps: Eine Gefahr oder die Zukunft für ITSM?

    Der digitale Wandel beeinflusst die Unternehmenslandschaft stark. Auch im IT-Service-Management stehen Entscheider zahlreichen neuen Herausforderungen gegenüber. Die Verzahnung von Entwicklung und Betrieb, auch Development and Operations, kurz DevOps, spielt eine immer größere Rolle. Häufig stellen sich die Verantwortlichen jedoch eine Frage: Ist DevOps eine Gefahr oder die Zukunft des IT-Service-Managements (ITSM)? Zu den Ursachen für etwaige Bedenken zählt unter anderem die Infragestellung der Stabilität des IT-Betriebes. Angebote aus der Cloud werden mit einem Angriff auf die eigene IT gleichgesetzt und gestandene ITIL-Change-Manager können sich eine weitere Verkürzung und Vereinfachung der Prozesse nicht mehr vorstellen. Dabei lässt sich bei Betrachtung des Bereichs "Entwicklung und Betrieb von Applikationen" feststellen, dass es zahlreiche Gründe gibt, sich mit den Inhalten von DevOps zu befassen. Veränderungen im IT-Service-Management stellen dabei stets eine Notwendigkeit dar.

  • Das WAN weicht in die Wolke

    Unternehmen als abgeschlossene Einheiten sind passé. Neue Arbeitskonzepte wie mobiles Arbeiten oder BYOD lassen Mauern bröckeln - gerade auch im Hinblick auf Unternehmensnetzwerke. Unternehmen mit Niederlassungen oder Filialen im Handel müssen neben stationärer IT wie Kassensystemen auch mobile oder temporäre Geräte ins Netzwerk einbinden, zum Beispiel Digital-Signage-Terminals. Und Kunden setzen meist ein offenes WLAN voraus. Die digitale Transformation stellt neue Herausforderungen an das vormals Hardware-orientierte Wide-Area-Network (WAN)-Management. Software- und Cloud-definierte Ansätze erleichtern die Administration bei gleichzeitig hohen Sicherheitsstandards.

  • DevOps gegen IT-Operations

    Ein IT-Infrastrukturteam hat es heutzutage nicht leicht. Einerseits muss es den Betrieb des herkömmlichen Rechenzentrums aufrechterhalten, gleichzeitig soll es die strategische Digitalisierung des Unternehmens vorantreiben. Als wenn das nicht schon Herausforderung genug wäre, sollen die IT-ler zusätzlich komplett neue Technologien bereitstellen, um die neuen DevOps-Kollegen bestmöglich bei Neuerungen und schnelleren Release-Zyklen zu unterstützen. Anforderungen von DevOps an eine flexible und automatisierte Unternehmensinfrastruktur sind nicht immer einfach zu erfüllen und so wird der Trend zu DevOps für Infrastrukturteams eine zusätzliche Belastung. Prallen doch die unterschiedlichen Welten der IT-Operations und des DevOps-Teams aufeinander.

  • Automatisierte Speicherrichtlinien & Daten-GPS

    Die Globalisierung hat die Welt schrumpfen lassen. Nicht nur Reisende ziehen heute rund um den Globus, auch Daten sind dank Cloud Computing äußerst mobil und werden von Unternehmen aus den unterschiedlichsten Gründen zwischen Rechenzentren verschoben. Wir Menschen fühlen uns im eigenen Zuhause am sichersten. Auch für Unternehmensdaten gilt, dass das Risiko sie bei der Migration über Ländergrenzen hinweg zu verlieren, natürlich steigt. Als Mensch ist es heute mittels GPS sehr einfach, einen Standort zu bestimmen. Damit auch Unternehmen immer genau wissen, wo ihre Daten physisch gespeichert sind, bieten sich dank automatisierten Speicherrichtlinien und einem Daten-GPS neue Methoden, den exakten Standort von Daten festzulegen.

  • Mit SaaS & HaaS die IT-Abteilung entlasten

    In vielen Unternehmen stehen CIOs vor der Aufgabe, mit einer sich rasch entwickelnden IT-Welt Schritt halten zu müssen. Hinzu kommt, geeignetes Personal mit dem entsprechenden Know-how zu finden und sich stets gegen zunehmende Sicherheitsrisiken zu wappnen. Diese Herausforderungen beanspruchen zeitliche und finanzielle Ressourcen in der IT-Abteilung, die Unternehmen an anderer Stelle dringender bräuchten. Im Rahmen von Managed Services wie Software-as-a-Service (SaaS) und Hardware-as-a-Service (HaaS) werden Standardaufgaben an externe Dienstleister ausgelagert. Das schafft Freiräume und entlastet die IT-Abteilung. Welche Fragen sind relevant, um zu erkennen, ob auch das eigene Unternehmen von Managed Services profitieren kann.

  • Die Zukunft des File Sharing

    Um den Austausch von Forschungsdaten zwischen verschiedenen Teams am CERN zu ermöglichen, erfand Tim Berners-Lee in den achtziger Jahren, als Nebenprodukt sozusagen, das Internet. Heute ist das Internet die tragende Säule der weltweiten Kommunikation und aus unserem digitalen Leben nicht mehr wegzudenken. Überraschenderweise hat sich seit den frühen Tagen des Internets kaum etwas verändert: Nach wie vor werden für die Übermittlung von Dateien Protokolle aus den Anfangstagen des Internets genutzt. Zum damaligen Zeitpunkt war jedoch eine Welt, in der Datenmengen exponentiell wachsen, Hacker an allerlei Daten interessiert sind und Organisationen in denen zehntausende Mitarbeiter täglich millionenfach Dateien teilen, noch nicht vorstellbar. Worauf sollten Unternehmen also achten, wenn sie eine zukunftssichere File Sharing-Lösung nutzen möchten? Und welche neuen Technologien halten Einzug um Filesharing sicherer, komfortabler und schneller zu machen?

  • File Sharing im Unternehmen: Strategie gesucht

    Um Daten auszutauschen setzen die meisten Unternehmen noch immer auf die gute alte E-Mail, auch wenn diese Technologie offensichtlich nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik ist. Auch das ebenso veraltete FTP ist noch weit verbreitet, wenn es darum geht größere Dateien zu übermitteln. Den IT-Alptraum perfekt machen, intern oft nicht überwachte, File-Sharing-Dienste in der Cloud a la Dropbox & Co. Um striktere Compliance-Vorgaben zu erfüllen und die offensichtlich nicht gegebene Datensicherheit für ihr Unternehmen zu gewährleisten suchen IT-Verantwortliche suchen händeringend nach eine umfassenden Strategie um die genannten, unzuverlässigen Werkzeuge zu ersetzen und somit die Kontrolle über ihre sensiblen Daten zurückzugewinnen.

  • Privacy Shield und die Folgen

    Am 1. August 2016 trat das neue Privacy Shield-Abkommen in Kraft, das für Kunden und Anbieter von Cloud Computing-Services wieder Rechtssicherheit bieten und den transatlantischen Datenfluss wiederherstellen soll. Ob Privacy Shield die Nutzer besser schützen wird als der Vorgänger Safe Harbor wird von vielen Experten jedoch bezweifelt. Auch Subhashini Simha von Thru zweifelt das Abkommen an. Ihre Einschätzung der Folgen von Privacy Shield für Unternehmen hat sie in diesem Artikel zusammengefasst. Demnach benötigen Unternehmen zukünftig mehr denn je Flexibilität ihre Daten im Notfall auch im eigenen Rechenzentrum zu hosten und sie bei sich ändernder Rechtslage aus anderen Regionen abzuziehen.

  • Herausforderungen im Wissensmanagement

    Der Erfolg eines Projekts hängt von vielen Faktoren ab: Unterstützung durch das Top-Management, entsprechende Organisationsstrukturen sowie qualifizierte Mitarbeiter. Zudem spielt Wissen eine wichtige Rolle im Projektmanagement: Welche Methode eignet sich für das Projekt? Mit welchen Maßnahmen lässt sich das Projektziel erreichen? Wie können die Projektanforderungen erfüllt werden? Diese und weitere Fragen müssen Projektleiter beantworten können. Das Problem: Oftmals sind sich diese gar nicht bewusst, was sie und ihre Mitarbeiter wissen oder eben auch nicht wissen. Ein professionelles Wissensmanagement kann das Projektmanagement wirkungsvoll unterstützen, indem es vorhandenes Wissen bündelt, neue Erkenntnisse aufnimmt und alles für zukünftige Projekte verfügbar macht.

  • Unified Communications & Cloud-Kommunikation

    Den Begriff "Unified Communications" (UC) gibt es schon seit vielen Jahren. Er bezeichnet die Integration von Kommunikationsmedien in einer einheitlichen Anwendungsumgebung. Durch die Zusammenführung verschiedener Kommunikationsdienste soll UC die Erreichbarkeit der Kommunikationspartner verbessern und damit die Geschäftsprozesse beschleunigen.