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Neue Datenverkehrsmuster im Entstehen


SDN -die Must-have-Technologie des Jahres
Cloud-Deployments und die massive Zunahme von Anwendungen und Endgeräten erhöhen den Druck auf die Verantwortlichen, die IT-Landschaft zu modernisieren

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Autorin Stefica Divkovic
Autorin Stefica Divkovic Grundsätzlich geht es bei SDN darum, die Datensteuerung vom Datenfluss zu trennen, Verizon Enterprise Solutions

Von Stefica Divkovic, Managing Director DACH, Verizon Enterprise Solutions

Der rasante technologische Wandel und die damit verbundene Disruption von Geschäftsmodellen führen dazu, dass multinationale Konzerne in ihren wichtigsten Märkten zunehmend agiler auftreten müssen. Jedoch fällt es ihnen aufgrund des expansiven Wachstums ihrer IT-Ökosysteme schwer, wirklich agil zu operieren – insbesondere dann, wenn sie durch eine veraltete IT-Infrastruktur ausgebremst werden. Cloud-Deployments und die massive Zunahme von Anwendungen und Endgeräten erhöhen den Druck auf die Verantwortlichen, die IT-Landschaft zu modernisieren.

Genau dieser Widerspruch gibt der Software-Defined Networking (SDN)-Technologie großen Auftrieb. SDN ist angetreten, eine Automatisierung und Virtualisierung von Netzwerkabläufen zu ermöglichen. Eine von Verizon durchgeführte Umfrage unter 165 führenden IT-Managern globaler Organisationen ergab, dass 15 Prozent der Befragten bereits SDN implementiert oder zumindest Pilotprojekte begonnen haben. Das Tempo der SDN-Implementierung wird weiter zunehmen: In nur zwei Jahren werden sich voraussichtlich rund 57 Prozent der Organisationen mit SDN-Projekten beschäftigen.

Grundsätzlich geht es bei SDN darum, die Datensteuerung vom Datenfluss zu trennen. In einer SDN-Umgebung wird also die Intelligenz eines Netzes von der physischen Datenübertragung getrennt. Diese Abstraktion ermöglicht es Unternehmen, ihre Bandbreitennutzung zu optimieren und gleichzeitig Netzwerkfunktionen zu virtualisieren. Durch diese Virtualisierung werden viele Aufgaben der Netzwerkverwaltung, die bislang in dedizierter Hardware implementiert sind, in Softwareanwendungen übertragen. Zu den Vorteilen der Virtualisierung zählen ein vereinfachter Kauf, schnelleres Testing und eine rasche Implementierung. Auch die Skalierung und Wartung erfolgen deutlich einfacher. Schließlich wird damit auch die Abhängigkeit von einem Hersteller verringert, sodass sich die geschäftliche Agilität erhöht. Aus Sicht von Unternehmen erleichtert sich zudem die Orchestrierung von Netzwerken, während Anwendungen über Funktionen wie on-demand und pay-as-you-go auf die jeweils benötigten Netzwerkressourcen zugreifen können. Diese Flexibilität ist der Schlüssel zu mehr Agilität, die Organisationen in einer digitalen Welt benötigen.

Neue Datenverkehrsmuster sind im Entstehen
Mit diesen neuen Möglichkeiten verändern sich auch die Netzwerke selbst. Entwicklungen wie Mediastreaming, Social Media und die verstärkte mobile Nutzung führen zu riesigen Datenmengen, die aufgrund von Konzepten wie Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz und Edge-Computing weiter anwachsen werden. Aspekte wie Skalierbarkeit, Sicherheit und Netzwerk-Performance rücken damit verstärkt in den Mittelpunkt. Zudem ist das Datenaufkommen in Netzwerken nicht prognostizierbar, da zahlreiche Datenquellen, die über private und öffentliche Cloud-Infrastrukturen sowie Datenzentren verstreut sind, die Datenmengen zusätzlich antreiben.

Netzwerk-Security wird immer wichtiger
Bei Unternehmen, die zum Betrieb ihrer Netzwerke mehrere Anbieter nutzen, rücken die Grenzen der Skalierbarkeit sowie Sicherheitsbedenken damit stärker in den Vordergrund. Die Sicherheitsrichtlinien und -lösungen unterscheiden sich jedoch: So bieten zum Beispiel OTP-Netzwerk-Provider Sicherheit auf Ebene des Anwendungs-Layer, denn das verwendete Netzwerk gehört ihnen nicht. Da verschiedene Bestandteile der verwendeten Netzwerke von unterschiedlichen Serviceanbietern gesteuert werden, sind die von ihnen bewegten Daten beim Überqueren von Netzwerkgrenzen anfälliger gegen Verletzungen.

Im Gegensatz dazu kann ein Provider, dem die zugrunde liegende Netzwerkinfrastruktur gehört, ein sicheres Netzwerk entwerfen, das den Security-Anforderungen des Unternehmens entspricht. Netzwerk-Provider, die gleichzeitig Eigentümer des zugrunde liegenden Netzwerks sind, können daher deutlich solidere Schutzvorkehrungen gegen die immer häufiger vorkommenden Formen von Cyberangriffen, wie DDoS (distributed denial of service), Ransomware und Zero-Day-Bedrohungen, bereitstellen.

Darüber hinaus benötigen Unternehmen smarte Netzwerke, die dem Datenaufkommen anhand der verwendeten Anwendungen Prioritäten zuordnen. Dies muss sowohl am Point-of-Entry erfolgen, als auch an den Punkten, an dem die Daten das Netzwerk wieder verlassen. Weiterhin priorisieren intelligente Netze jede Anwendung automatisch und teilen ihr eine jeweils angemessene Bandbreite zu. Zum Beispiel unterscheidet das Netzwerk zwischen Audio- und Videoanwendungen, die eine höhere Priorität als das gelegentliche Surfen im Internet erfordern.

Diese verfeinerte Herangehensweise an das Ausbalancieren des Traffics ist über öffentliche Internet-Anbindungen nicht möglich, wohl aber durch die Zusammenarbeit mit einem Provider, der private MPLS-Verbindungen anbietet und diese rund um die Uhr mit Blick auf Performance, Skalierbarkeit und Sicherheit überwacht. Insbesondere das Thema Sicherheit wird häufig als Grund angeführt, bestehende Infrastrukturen zu modernisieren.

Sicherheitsbedenken hemmen Kreativität
Nie zuvor haben Unternehmen mehr über Cybersicherheit und wachsende Bedrohungen nachgedacht, über mögliche Datenverletzungen und wie sehr Fehlschläge die Innovationsfähigkeit hemmen können. Auf Unternehmensseite zeigen sich Manager jedoch besorgt, dass sich zusätzliche Schwachstellen ergeben, wenn neue Technologien zu rasch implementiert oder neue Partner an Bord geholt werden.

SDN kann die Sicherheit sowohl in technischer als auch in praktischer Hinsicht verbessern. Zum einen sind vollständig geschlossene Netzwerke mit verschlüsseltem Datenverkehr von Natur aus sicherer als herkömmliche Netzwerklösungen. Zum anderen bietet SDN die Möglichkeit, vorhandene Anwendungssicherheit in die virtuellen Umgebungen der Benutzer zu integrieren. So sind Unternehmen besser in der Lage, ihre IT-Resilienz zu verbessern und gleichzeitig die Innovationen zu verfolgen, die sie so dringend benötigen.

Investitionen zur Überwindung des "Legacy-Modells" notwendig
Bei Einführung neuer Technologien sollten Unternehmen ihre Ziele und die Planung von Anfang an klar definieren. Denn nur so lässt sich auch ein robuster Governance-Prozess einrichten, damit sich beispielsweise interne Teams auf neue Arbeitsweisen einstellen können. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein SDN-Lösungen schrittweise einzuführen. Außerdem sollten sich Unternehmen einen Provider suchen, der ähnliche strategische Ziele rund um die Netzwerktransformation verfolgt. Dies kann helfen, ein physisches Netzwerk schneller in ein virtuelles On-Demand-Netz zu transformieren.

Fazit
Wenn in einer Welt des permanenten Wandels "fail fast" für zahlreiche Organisationen zu einem Kerndogma geworden ist, dann muss "fail cheap" auch dazuzählen. Wer mit neuen Anwendungen experimentiert, neue Produkte und Services ausprobiert und dafür kostspielige und schwerfällige IT-Strukturen einsetzt, wird schnell an seine Grenzen stoßen. Wird SDN zentral gemanagt, entfällt die Notwendigkeit individueller Device-Konfiguration für jede neue Iteration einer Anwendung, wodurch sich beispielsweise Modernisierungsprojekte beschleunigen. Wer sich also für ein SDN-Projekt entscheidet, sollte beachten, dass es weniger um die Inbetriebnahme von SDN selbst geht, sondern um die Nutzung des transformativen Potenzials dieser Technologie.
(Verizon Enterprise Solutions: ra)

eingetragen: 31.08.18
Newsletterlauf: 05.09.18

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