- Anzeige -


Sie sind hier: Startseite » Fachartikel » Hintergrund

Zusammenarbeit an einer Automotive-Cloud


Neue Serviceleistungen durch Daten schaffen: Cloud treibt Innovationen in der Automobilindustrie voran
Zukünftig werden in den Produktionshallen noch deutlich mehr Datenströme erzeugt, da viele Automobilhersteller die Vernetzung ihrer Fertigungsanlagen mit dem neuen 5G-Mobilfunknetz planen

- Anzeigen -





Von Jan Wetzke, Director Sales DACH bei Talend

Mit einer Cloud-basierten Plattform will der Automobilhersteller Volkswagen seine Prozesse in der Fertigung optimieren. Die "Volkswagen Industrial Cloud" soll Ende 2019 verfügbar sein und wird langfristig rund 1.500 Partner in die Abläufe für Logistik und Produktion einbinden. Der Datenaustausch über die Cloud wird die gesamte Automobilindustrie ergreifen und macht es notwendig, dass alle Teilnehmer des Ökosystems in der Lage sind, ihre bestehenden IT-Systeme mit einer Industrial-Cloud zu verbinden. Auf diesen Trend sollten sich alle Marktteilnehmer schon heute vorbereiten.

Immer mehr Automobilhersteller treiben die digitale Transformation ihrer Geschäftsmodelle voran. Neben der Modernisierung der Produktion werden die bestehenden Prozesse um neue Internet-basierte Services erweitert. Ein Beispiel dafür ist die Mobility-as-a-Service-Plattform moovel von Daimler, über die Kunden unterschiedliche Verkehrsmittel für eine Route buchen und bezahlen können. Für die Fahrzeughersteller werden solche datenzentrierten Geschäftsmodelle immer wichtiger, da sich das Käuferverhalten ändert. Insbesondere die junge Generation in den Ballungsräumen setzt verstärkt auf Sharing-Plattformen und verzichtet darauf, ein eigenes Auto zu besitzen.

Was haben Autos und Pizzalieferanten gemeinsam?
Auch der eigentliche Kauf eines Autos ist im Wandel. So will Holger Santel, Leiter Vertrieb und Marketing für Volkswagen in Deutschland, den Autokauf so einfach wie eine Pizzabestellung machen. Darüber hinaus ist das von Amazon bekannte Prinzip der Produktempfehlung basierend auf den Käufen anderer Kunden auch bei einem Online-Fahrzeugkonfigurator sinnvoll einsetzbar.

Bestellt ein Kunde eine Anhängerkupplung, könnte ein datenbasierter Konfigurator darüber informieren, dass andere Kunden dazu eine manuelle Regulierung der Stoßdämpfer gekauft haben. Einige Experten sind ohnehin der Meinung, dass der klassische Verkaufsraum des Autohändlers an Bedeutung verliert, da Kunden verstärkt über das Internet bestellen. Der Vorstoß von Tesla, in Zukunft ausschließlich auf den Online-Vertrieb zu setzen, wurde allerdings nach Protesten der Kunden wieder zurückgenommen.

Der Vergleich zwischen Autohersteller und Pizzalieferant ist auch vor dem Hintergrund interessant, dass sich der bekannte Pizzabäcker Domino’s bereits selbst als E-Commerce-Firma bezeichnet. Mithilfe von Talend integrierte Domino’s seine operativen Daten über den Abverkauf und realisierte eine Business Intelligence-Lösung. Das Unternehmen kann heute beispielsweise auf Basis der Kundenhistorie den Kunden schon vor der Bestellung einen Vorschlag zur Lieferung einer Pizza machen, die seinem Geschmack entspricht.

Autohersteller geben Gas
Der Wandel in der Automobilindustrie wird ebenfalls auf Basis von Daten erfolgen und von Produktion über Marketing bis zum Vertrieb alle Funktionsbereiche umfassen. Für die Hersteller wird es wichtig werden, alle relevanten operativen Daten zu erfassen, damit diese in einer zentralen Plattform für eine weitergehende Analyse bereitstehen. Die Herausforderungen hierbei sind vielfältig, da Daten aus verschiedenen Quellen stammen und in unterschiedlichen Formaten vorliegen. So liefern Sensoren in Fahrzeugen oder in Maschinen einen kontinuierlichen Datenstrom, der in einer zentralen Datenplattform verarbeitet werden muss, während klassische Datenbanken oder ERP-Anwendungen weiterhin strukturierte Datensätze liefern. Wer in Social Media-Plattformen die Aussagen der Verbraucher zu den eigenen Produkten auswerten möchte, muss auch sehr heterogene Datensätze verarbeiten können und dazu noch KI-Anwendungen für eine semantische Analyse einsetzen.

Auf hohe Datenqualität achten
Die Automobilhersteller investieren bereits in KI-Technologien, beispielsweise um die Fahrzeugentwicklung zu unterstützen und um das Fahrerlebnis zu verbessern. KI kann auch dabei helfen, Assistenzsysteme für den Fahrer zu optimieren. In der Fertigung unterstützt KI die Automatisierung, reduziert Ausfallzeiten und trägt zur Kostensenkung bei. Der Einsatz von KI hilft auch in der Prävention von Verkehrsunfällen durch ein intelligentes GPS, das einem Fahrer zum Beispiel alternative Routen mit geringer Unfallgefahr vorschlagen kann.

Software-Anwendungen wie Predictive Maintenance, Machine Learning und Künstliche Intelligenz benötigen fehlerfreie Daten, um qualifizierte Ergebnisse liefern zu können. Die bekannte Gleichung "garbage in = garbage out" beschreibt sehr gut was passiert, wenn Expertensysteme mit fehlerbehafteten Daten gefüttert werden. Die gelieferten Empfehlungen sind nicht korrekt und damit treffen auch Menschen falsche Entscheidungen. Neue Technologien, die die Verwendung von Daten erfordern, können daher ohne Datenintegrität nicht sinnvoll genutzt werden.

5G schafft einen Daten-Tsunami
Zukünftig werden in den Produktionshallen noch deutlich mehr Datenströme erzeugt, da viele Automobilhersteller die Vernetzung ihrer Fertigungsanlagen mit dem neuen 5G-Mobilfunknetz planen. Dadurch könnte der gesamte Maschinenpark mit der neuen Funktechnologie in Echtzeit gesteuert werden. Fabrikroboter kommen mit weniger Kabelbäumen aus, sodass mehr Platz für Sensoren vorhanden ist, die wiederum mehr Streaming-Daten erzeugen. Die Cloud spielt hierbei eine zentrale Rolle: zwar können Edge-Systeme eine Erstverarbeitung der Daten in der Fabrikhalle vornehmen, eine weitergehende Datenanalyse muss jedoch in nachgelagerten Rechenzentren oder der Cloud erfolgen, da nur hier ausreichend Prozessor- und Speicherkapazität vorhanden ist. Daher ist es so wichtig, dass sich Unternehmen für eine Datenintegrationslösung entscheiden, die auch Cloud-Plattformen integriert.

Liegen operativen Daten in der Cloud, hat das den Vorteil, dass Anwender wie Data Scientist oder Software-Entwickler an allen Standorten auf jeweils aktuelle operative Daten zugreifen können. Damit beschleunigt sich die Software-Entwicklung, Anforderungen der Fachabteilungen sind schneller umgesetzt und es stehen verlässliche Daten aus dem operativen Geschäft schneller für Business-Entscheidungen bereit – das Unternehmen wird agiler.

Fazit
Eine zentrale Datenplattform wird in Zukunft für viele Unternehmen eine wichtige Quelle für fundierte Entscheidungen sein und die Basis für neue Geschäftsmodelle bilden. Große Automobilhersteller haben dies erkannt und den Wandel eingeleitet. Anzeichen dafür liefert auch das symbolische Treffen von VW-Chef Herbert Diess und Microsoft-CEO Satya Nadella, die im Februar 2019 in Berlin ihre Zusammenarbeit an einer Automotive-Cloud bekräftigten. Zusätzlich arbeitet VW bereits mit AWS zusammen. Darüber hinaus haben im April 2019 auf der Hannover Messe die BMW Group und Microsoft eine Open Manufacturing Platform angekündigt, auf der sich Hersteller und Zulieferer vernetzen können. Diese Kooperationen machen deutlich, dass die Basis für das künftige Ökosystem einer ganzen Industrie in der Cloud liegen wird und Unternehmen müssen daher jetzt beginnen ihre IT-Systeme für den Datenaustausch zu öffnen.
(Talend: ra)

eingetragen: 20.07.19
Newsletterlauf: 02.08.19

Talend: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>



Meldungen: Hintergrund

  • Appliances: Engpass im Rechenzentrum?

    Es scheint ein Widerspruch zu sein: Obwohl die meisten Unternehmen viele ihrer Anwendungen in die Cloud migrieren, erfreut sich das klassische Rechenzentrum nach wie vor großer Beliebtheit. Seit nun mehr als einem Jahrzehnt virtualisieren Unternehmen ihre Rechenzentren und führen Cloud-Technologien ein. Und sagten einige Experten vor gut zehn Jahren voraus, dass das Rechenzentrum der Zukunft vollständig in der Cloud betrieben würde, sehen wir heute, dass dies nicht eingetreten ist. Stattdessen führten Unternehmen Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen ein, die ihnen die Wahl geben, ihren Anwendungen und Daten das ideale Zuhause zu geben.

  • Cloud-gestützte Sicherheitsmechanismen

    Cloud Computing-Lösungen sind auch im IT-Security-Bereich zunehmend verbreitet. Viele Anbieter verlagern Sicherheitsmechanismen und andere Dienste in ihre Rechenzentren, anstatt diese auf klassische Weise bei den Kunden vor Ort (On-Premises) zu betreiben. Doch ist die Anti-Malware-Lösung aus der Cloud tatsächlich die geeignete Variante für jeden Anwendungsfall? Und wo genau liegen eigentlich die möglichen Vor- und Nachteile des Virenschutzes aus der Wolke? Die IT-Sicherheits-Experten von Tabidus Technology nennen drei gute Gründe für die Cloud. Im Gegenzug weisen sie aber auch auf drei problematische Aspekte hin, die Unternehmen und IT-Verantwortliche unbedingt im Auge behalten sollten.

  • Cloud Computing ist Mainstream in der IT

    "Die Wolke" ist in der Unternehmens-IT deutscher Unternehmen angekommen. Auch hierzulande profitieren Firmen jeder Größe von niedrigeren Kosten bei größerer Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit. Die Verantwortung für die Sicherheit ihrer Daten sollten Unternehmen jedoch nicht in die Hände von Cloud-Providern legen. Der Datenverschlüsselung und der Kontrolle über die Verschlüsselungs-Keys kommt in heterogenen IT-Landschaften besondere Bedeutung zu. Denn im Ernstfall ist Verschlüsselung die letzte Feste der IT-Security.

  • Vorteile von Security-as-a-Service

    Security-as-a-Service wird bei Großunternehmen und KMU immer beliebter: Die sich ständig erweiternde Bedrohungslandschaft und der Mangel an Fachkräften führt zur zunehmenden Akzeptanz von IT-Sicherheit als Dienstleistung. Denn der Arbeitsmarkt bleibt angespannt, in Deutschland gibt es laut Bitkom 82.000 offene Stellen für IT-Spezialisten, und die Nachfrage nach Sicherheitsexperten steigt branchenübergreifend. Für viele Unternehmen ist deshalb eine Auslagerung von Management, Implementierung und Überwachung des komplexen Security-Bereichs eine sinnvolle und kosteneffiziente Investition, um ihre internen IT-Ressourcen zu entlasten und zugleich ihr Sicherheitsprofil zu schärfen.

  • Einblick in jede Cloud-Instanz haben

    Die Vielzahl an Cloud Computing-Services eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, einzelne Geschäftsprozesse zu optimieren. Die richtige Cloudstrategie hat sich damit längst zu einem Wettbewerbskriterium entwickelt. Viele Unternehmen setzen auf eine Multicloud-Strategie, um bei eventuellen Ausfällen den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten zu können und nicht von nur einem Anbieter abhängig zu sein. Die Nutzung von Cloudservices sollte umfassend geplant werden. Bei lediglich punktuellen Migrationen einzelner Prozesse besteht das Risiko, dass das Optimierungspotential nicht vollständig genutzt wird. Doch neben dem Faktor Performance hat auch die Datensicherheit mittlerweile geschäftskritische Relevanz erreicht. Regulatorische Standards sollten daher frühzeitig in das Multicloud-Konzept einfließen, die Auswahl der Anbieter mitbestimmen und durch geeignete Sicherheitsmaßnahmen flankiert werden.

  • Cloud-Services für jedermann

    Datenschutz war 2018 ein zentrales Thema in allen Medien. Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hat viele Unternehmen vor enorme Herausforderungen gestellt, und diese sind noch lange nicht gemeistert. Zahlreiche Firmen hinken bei der Umsetzung weit hinterher, dabei kommen 2019 bereits neue Richtlinien auf sie zu. Welche weiteren Entwicklungen können wir nächstes Jahr in Bezug auf den Umgang mit Daten erwarten?

  • Das Glück kurzer Reaktionszeiten

    Unternehmen müssen heute kundenorientiert arbeiten und in der Lage sein, Innovationen schnell auf den Markt zu bringen. Dabei müssen Applikationen hohe Ansprüche an Verfügbarkeit und Performance erfüllen. Ausfallzeiten kann sich niemand leisten, denn die Kundenerwartungen sind hoch. All das erfordert eine flexible, skalierbare IT-Umgebung. Um den unterschiedlichen, wechselnden Anforderungen gerecht zu werden, geht der Trend dahin, mehrere Clouds zu kombinieren. Ob eine Hybrid Cloud aus Public Cloud und Private Cloud oder gar verschiedene Public Clouds - laut einer aktuellen Studie von 451 Research in 14 europäischen Ländern setzen bereits 84 Prozent eine Kombination aus verschiedenen Cloud Computing-Umgebungen ein.

  • Mit Cloud ERP ins internationale Geschäft

    Immer mehr auch mittelständische Unternehmen eröffnen oder besitzen internationale Niederlassungen. Doch unterschiedliche Gesetze, Buchhaltungsregeln und Sprachen erschweren die Organisation. Die Firmen können deshalb Cloud-ERP-Lösungen einsetzen, die sowohl konzern- als auch landesspezifische Besonderheiten sowie Compliance-Richtlinien berücksichtigen. Auch bei M&A-Projekten ist Cloud-ERP nützlich und es hilft, burning platforms zu vermeiden.

  • AI als Kollege im Service Desk

    Alle reden von Artificial Intelligence, um AI gibt es einen regelrechten Hype: Die Erwartungen sind enorm, die Ziele oft vage, konkrete Lösungen noch selten. In diesem Beitrag wird erläutert, welche Auswirkungen AI auf das IT Service Management (ITSM) in Unternehmen haben wird - und wo die Grenzen liegen. In Gartners "Hype Cycle for Emerging Technologies" vom August 2017 lag AI - vertreten durch Deep Learning und Machine Learning (ML) - ganz an der Spitze der Hype-Kurve. Wie es weitergeht, ist klar: bergab. Überzogene Hoffnungen werden enttäuscht, bevor die neue Technologie dann letztlich Einzug in den Alltag findet. Bei Deep Learning und ML wird dies laut Gartner zwei bis fünf Jahre dauern, bei AI-basierten Virtual Assistants fünf bis zehn. Aber AI wird kommen.

  • Cloud: Datensicherheit & Angriffsszenarien

    "Ihr Konto wurde gehackt!" Nachrichten mit diesen oder ähnlichen Betreffzeilen entlocken den meisten Nutzern nur noch ein müdes Lächeln. Derartige E-Mails von breit angelegten Phishing-Kampagnen, die meist schon durch ein äußerst zweifelhaftes Design auffallen, werden in der Regel unmittelbar aussortiert. Eine weitaus höhere Erfolgsquote verspricht jedoch die Kombination von Phishing mit Cloud Computing-Anwendungen. Die Aussicht, mit nur einer erfolgreichen E-Mail eine Vielzahl verwertbarer Daten zu erbeuten, ist für Cyberkriminelle Motivation genug, die Angriffstechniken weiter zu verfeinern und zielgerichteter vorzugehen. Für Unternehmen ein Grund, sich im Rahmen ihrer Datensicherheitsstrategie näher mit diesem Angriffsszenario auseinanderzusetzen.