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Sicherheitsverantwortung in der Cloud


Malware in der Cloud: Best Practices zum Schutz vor einer wachsenden Bedrohung
Leider fehlt den meisten Infrastructure-as-a-Service (IaaS)-Angeboten und Software-as-a-Service (SaaS)-Anwendungen der integrierte Schutz vor Malware


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Anurag Kahol, CTO, Bitglass

Das enorme Wachstum von Cloud Computing-Services in der Geschäftswelt hat einen leidigen, aber vorhersehbaren Nebeneffekt: Die Cloud wird zum beliebten Ziel für Cyberkriminelle. Aufgrund der vernetzten Struktur kann sich Malware in der Cloud rasch auf Anwendungen und Geräte verbreiten, falls keine Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Doch mit entsprechenden Best Practices können Unternehmen sich gegen die wachsende Bedrohung von Malware in der Cloud schützen.

Die Cloud bietet Unternehmen nicht nur Skalierbarkeit, Flexibilität und Agilität, sondern auch effizientere Arbeitsprozesse und damit einhergehende Kostenersparnis bis hin zu bequemerer Datensicherung und Disaster Recovery. Die aktuellen Cloud-Akzeptanzraten deuten laut Gartner darauf hin, dass im Jahr 2020 eine No-Cloud-Policy so selten sein wird wie heute eine No-Internet-Policy.

Doch diese Entwicklung bringt auch Herausforderungen mit sich. Insbesondere die Cyberattacken in jüngster Vergangenheit werfen Sicherheitsfragen auf, denn die vernetzte Natur der Cloud ermöglicht es Malware, sich schnell auf Geräte und Anwendungen von Organisationen auszubreiten und Daten zu kompromittieren, sofern keine geeigneten Sicherheitsmaßnahmen getroffen wurden.

Sicherheitsverantwortung in der Cloud: Das Shared Responsibility-Modell
Leider fehlt den meisten Infrastructure-as-a-Service (IaaS)-Angeboten und Software-as-a-Service (SaaS)-Anwendungen der integrierte Schutz vor Malware. Zugleich wissen viele Unternehmen immer noch nicht um ihre Sicherheitsverantwortung in der Cloud. Zwar ist es nach dem Shared-Security-Modell Aufgabe der Cloud-Provider, die Infrastruktur zu sichern: Das bedeutet, sie sind für die physische Sicherheit, die globale und regionale Konnektivität sowie die Stromversorgung und Kühlung ihrer Rechenzentren verantwortlich.

Dieses Modell entlastet den Cloud-Kunden, selbst eine Infrastruktur bereitzustellen und das Unternehmen profitiert darüber hinaus von einer flexiblen Skalierbarkeit bei Bedarf. Doch es liegt wiederum in der Verantwortung des nutzenden Unternehmens, die eigenen Daten in der Cloud abzusichern. Die Verantwortung, Daten und Anwendungen vor Malware und gezielten Cyberangriffen zu schützen, unterscheiden sich daher letztlich nicht von der für On-Premises, deshalb erfordert es entsprechende Security-Maßnahmen.

Drei potentielle Schwachstellen der Cloud im Überblick
Da die Cloud stark vernetzt ist, kann es erhebliche Folgen haben, wenn auch nur eine Schwachstelle nicht abgesichert wird. Insbesondere folgenden Punkten sollten Unternehmen verstärkte Aufmerksamkeit schenken:

• Dateiupload von einem nicht-verwalteten Endpunkt: Nicht verwaltete Endpunkte mit Zugriff auf Cloud-Anwendungen bergen ein erhebliches Risiko für Unternehmensdaten dar. Ohne Kontrolle über die Endpunkte kann beim Dateiupload Malware in die Cloudanwendung gelangen, die sich zu einer unternehmensweiten Infektion und entwickeln und den Datenbestand massiv schädigen kann.

• Download infizierter Dateien: Mit Malware infizierte in Cloudanwendungen sind in der Regel das Ergebnis der oben beschriebenen kompromittierten Endpunkte. Ohne zuverlässige Bedrohungserkennung beim Download können Mitarbeiter versehentlich Malware aus vertrauenswürdigen Anwendungen auf ihre Unternehmens- und Privatgeräte ziehen. Sobald diese Endpunkte kompromittiert sind, wird die Infektion durch das Hochladen von Dateien in die Cloud weiterverbreitet.

• Kommunikation zwischen verbundenen Anwendungen: Vernetzte Cloud-Anwendungen können die Produktivität des Unternehmens verbessern. Ihre automatisierte Kommunikation und Datenübermittlung kann jedoch bestehende Infektionen von einer Anwendung auf eine andere übertragen. Wie bereits erwähnt, fehlt den meisten Cloud-Anwendungen ein nativer Malware-Schutz. Aus diesem Grund ist es wahrscheinlich, dass viele SaaS-Applikationen in Unternehmen Malware enthalten, die darauf wartet, sich auf verbundene Anwendungen zu verbreiten.

Eine aktuelle Studie von Bitglass ergab zudem, dass jede dritte Unternehmensinstanz populärer Cloud-Anwendungen Malware enthält. Ein Test mit einer neuen Art von Ransomware ergab, dass Google Drive, Microsoft SharePoint und zweiundsechzig der besten Antiviren-Engines die unbekannte Bedrohung nicht erkennen konnten, obwohl die Ursprungsvariante der Malware bereits bekannt war. Angesichts der Tatsache, dass viele Unternehmen auf Standard-AV-Tools und nativen Cloud-App-Malware-Schutz angewiesen sind, ein durchaus beunruhigendes Ergebnis.

Best Practices gegen die Verbreitung von Malware in der Cloud

1. Schutz gegen Malware beginnt mit Aufklärung
Unachtsamkeit und ein fehlendes Risikobewusstsein seitens der Anwender begünstigen IT-Sicherheitsvorfälle. Durch gründliche Schulung jedoch kann das Bewusstsein für typische Sicherheitsrisiken geschärft und angemessene Verhaltensweisen vermittelt werden. Deshalb sollten unter der Belegschaft regelmäßige Workshops zu Internetsicherheit und dem Umgang mit Unternehmensanwendungen durchgeführt werden. Auf diese Weise wird Wachsamkeit Bestandteil der Unternehmenskultur und die Mitarbeiter werden über aktuelle Cybersicherheitsrisiken auf dem Laufenden gehalten.

2. Alle Systeme auf dem aktuellsten Stand halten
Updates von Betriebssystemen, Plugins und Browsern für Mobiltelefone und Desktops enthalten häufig kritische Sicherheitspatches, die auf den neuesten Forschungsergebnissen und Tests basieren. Vor allem wenn Mitarbeiter ihre privaten Geräte auch für Geschäftszwecke nutzen, muss sichergestellt werden, dass diese Updates bei Verfügbarkeit sofort heruntergeladen und installiert werden. Andernfalls können diese Sicherheitslücken als Angriffsvektor genutzt werden.

3. Cloud-Sicherheit ist mehr als nur Endgerätesicherheit
Prinzipiell gibt es zahlreiche Schwachstellen, die von Malware genutzt werden können. Beispielsweise hat sich Fileless Malware in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Diese nutzt legitime Software und Anwendungen, die die meisten Unternehmen täglich nutzen, um die Kontrolle über ein System zu übernehmen. Da Fileless Malware auf untypische Weise operiert, ist sie für eine Reihe von Sicherheitslösungen kaum erkennbar. Setzen Unternehmen ausschließlich auf die Lösungen zur Sicherung der Endgeräte, sind sie derartigen Angriffen schutzlos ausgeliefert. Endgerätesicherheit ist zwar unbedingt notwendig, aber nicht ausreichend.

Für einen erweiterten Schutz sind neue, intelligente Abwehrtechnologien nötig, die den Up- und Download sowie den Speichervorgang bei Clouddateien überwachen. Beispielsweise können mithilfe von Machine Learning, das auf Grundlage von Verhaltensmustern und Dateieigenschaften eine Risikoeinschätzung vornimmt, sogar unbekannte Malwarevarianten identifiziert werden.

Der Bedrohung einen Schritt voraus bleiben
Für Cyberkriminelle stellt die Cloud eine neue offene Flanke für wirkungsvolle Angriffe auf Unternehmensdaten dar. Auch die Mehrheit der IT-Verantwortlichen in Unternehmen kommt zu dem Schluss, dass die klassischen Sicherheitsinfrastrukturen bei der Cloudnutzung zu kurz greifen: Bei einer Umfrage von Bitglass zum Thema Cloud-Sicherheit mit 570 Cybersicherheits- und IT-Experten, gaben 84 Prozent der Befragten an, dass traditionelle Sicherheitslösungen in der Cloud nicht funktionieren oder nur eine eingeschränkte Funktionalität bieten. Es wird allerdings immer schwieriger, den Cyberkriminellen einen Schritt voraus zu sein.

Die spezifischen Ausführungsarten von Angriffen werden beständig verfeinert und verändert, um künftig effektiver zu sein. Wo Firewalls der nächsten Generation und integrierte Funktionen für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, interne Compliance und den Schutz von Cloud-Daten nicht ausreichen, wird daher die dedizierte Cloud-Sicherheit entscheidend. Dabei sind strategische Investitionen in fortschrittliche Sicherheitsmaßnahmen und Wachsamkeit seitens der Anwender wesentliche Faktoren, mit denen sich das Risiko durch Malware eindämmen lässt.
(Bitglass: ra)

eingetragen: 07.06.18
Newsletterlauf: 14.06.18

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Meldungen: Tipps und Hinweise

  • Datenzugriff auf Paketebene

    Das Jahr 2017 war geprägt von einer starken Zunahme des Enterprise Cloud Computing. Laut Gartner nutzen derzeit bereits 90 Prozent der globalen Unternehmen zumindest einen Cloud-Service. Doch mit nur einem Cloud Computing-Service kommt heute kaum noch jemand aus, und auch ein einziger Cloud-Service-Provider wird zunehmend Seltenheitswert besitzen. Multicloud, also die Nutzung multipler Public Clouds, entwickelt sich schnell zum nächsten Schritt beim Aufbau wirklich dynamischer Infrastrukturen. Durch die dynamische Ausführung von Workloads über mehrere Cloud-Provider hinweg können Unternehmen sicherstellen, dass Workloads wirklich optimiert werden. Die erwähnte Gartner-Studie berichtet, dass 70 Prozent der Unternehmen bis 2019 Multi-Cloud-Implementierungen planen - gegenüber 10 Prozent heute.

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  • Verfügbare Cloud-Technologie optimal nutzen

    Multi-Cloud-Konzepte sind auf dem Vormarsch, da Unternehmen mehr Auswahl über den besten Ort für ihre Daten und Workloads suchen. Im Verlauf teilen Branchenexperten ihr Wissen darüber, was IT-Teams beachten sollten, um die Vorteile der Cloud-Flexibilität bei der Einführung einer Multi-Cloud-Strategie voll ausschöpfen zu können. Sie empfehlen drei Schlüsseltechnologien, die beim Aufbau einer Multi-Cloud-Umgebung wichtig sind. Entwickelt in den späten neunziger Jahren von visionären IT-Teams bei Compaq Computing, war Cloud Computing ein Katalysator für die Entwicklung der IT generell und für einen Großteil der modernen globalisierten Welt, wie wir sie heute kennen.

  • Application Intelligence & IoT-Anwendungen

    Die Wachstumsprognosen für das Internet der Dinge sind pessimistischer als noch vor einigen Jahren. Ein Mitgrund ist der falsche Fokus vieler Hersteller: Um erfolgreich zu sein, müssen sie in Zukunft die Nutzererfahrung stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Application-Performance-Experten von AppDynamics nennen drei grundlegende Schritte, die alle Hersteller gehen sollten. Jahrelang überschlugen sich die Wachstumsprognosen der Branchenanalysten: 50 Milliarden Geräte sollten bis 2020 im Internet der Dinge (IoT) vernetzt sein, 150 Milliarden, vielleicht sogar 200 Milliarden. Aktuell findet jedoch eine Trendumkehr statt: Statista.com erwartet ein lineares Wachstum und geht für das Jahr 2020 von "lediglich" 30 Milliarden Geräten aus. Auch Gartner hat seine Prognose nach unten korrigiert und spricht aktuell von 20 Milliarden.

  • Service Management & Lizenzmanagement

    Office 365 hat den Durchbruch geschafft. Laut einer Gartner Studie nutzen bereits 61 Prozent der Unternehmen die Cloud Computing-Angebote von Microsoft, weitere 23 Prozent planen den Einsatz von Office 365 innerhalb der nächsten sechs Monate. Die Unternehmen profitieren von Aufwand- und Kostenreduktion. Bei der Lizenzierung der Cloud Computing-Lösungen allerdings gehen viele Unternehmen nach dem Gießkannenprinzip vor und geben dadurch mehr für Lizenzen aus als notwendig. Vor nicht allzu langer Zeit hatten noch viele IT-Verantwortliche Bedenken in Bezug auf die Sicherheit der Public Cloud. Mittlerweile sind die Zweifel beseitigt, immer mehr Unternehmen nutzen ihre Vorteile. Auch zunehmend viele öffentliche Institutionen planen ihren Umzug in die Cloud. In der Regel beginnt der Weg in die Cloud mit Office 365. Schrittweise werden zunächst Outlook und Sharepoint ausgelagert, dann folgen Excel, Word und alle weiteren Produkte, die die Office 365 Suite anbietet. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wartung und Administration müssen nicht mehr durch die IT geleistet werden, IT Ressourcen re-fokussieren sich. Oft unterschätzt und ausgeblendet wird aber die Notwendigkeit, die Prozesse im Unternehmen an die Cloud anzupassen. Vom Bestellprozess bis zu Abrechnungen sind Adaptierungen nötig, die durchaus umfangreich werden können.

  • IT entlasten durch Cloud-Services

    Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist eine hohe Produktivität entscheidend für die Zukunftssicherheit von Unternehmen. Doch viele, vor allem kleinere Firmen leiden unter Produktivitätsverlust durch administrative Aufgaben. Und jetzt verursacht auch noch die DSGVO zusätzlichen Aufwand. Rainer Downar, Executive Vice President Central Europe bei Sage, gibt Tipps, wie Unternehmen produktiver werden können. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland verwenden 3,7 Prozent ihrer gesamten Arbeitszeit auf administrative Tätigkeiten. Das entspricht einem Produktivitätsverlust von mehr als 28 Milliarden Euro pro Jahr. Diese Zahlen erhob die Studie "Sweating the Small Stuff: the impact of the bureaucracy burden", die Plum Consulting im Auftrag von Sage durchgeführt hat. Die Untersuchung zeigt auch: Je kleiner die Unternehmen, desto höher der Anteil unproduktiver Tätigkeiten.

  • Nutzung mehrerer Cloud Computing-Anbieter

    Viele große Unternehmen setzen auf eine Mischung aus Private-Cloud und Public-Cloud-Lösungen verschiedener Anbieter. Eignet sich eine solche Multi-Cloud-Umgebung auch für den Mittelstand? Und worauf sollte man dabei achten? Unternehmen verzeichnen heute eine kontinuierlich steigende Zahl von Workloads, Applikationen und Services. Die Festlegung auf nur einen Cloud-Anbieter fällt mittlerweile selbst für Infrastruktur-Dienste schwer. Denkt man darüber hinaus strategisch über den Einsatz von Software-as-a-Service (SaaS)-Angeboten nach, ist die Nutzung mehrerer Cloud Computing-Anbieter zumeist obligatorisch.

  • Für Multi-Cloud ein geeignetes API-Konzept nötig

    Die Multi-Cloud ist in immer mehr Unternehmen Realität. Das Handling mehrerer Cloud Services gestaltet sich allerdings oft sehr komplex. Die Multi-Cloud-Checkliste von Nexinto zeigt, worauf Anwender für einen reibungslosen Betrieb achten sollten. Mittlerweile ist es für Unternehmen normal, verschiedene Cloud Computing-Services für ihr Business einzusetzen. Dabei greifen sie nicht nur auf einen Anbieter oder Hersteller zurück: Der parallele Einsatz verschiedener Architekturen, Technologien und Betriebsmodelle bringt seine ganz eigenen Herausforderungen mit sich. Um die zunehmende Komplexität zu beherrschen, sollten Multi-Cloud-Nutzer vor allem diese fünf Aspekte beherzigen.

  • Cloud-Wahl hat Auswirkungen auf Performance

    Die Argumente für eine Migration in die Cloud gehören mittlerweile zum IT-Allgemeinwissen. Aber ein Selbstläufer ist die Umstellung selbstverständlich nicht. In einer aktuellen Umfrage von IDC und AppDynamics gaben 75 Prozent der befragten Unternehmen an, in den nächsten beiden Jahren zwei bis fünf Clouds nutzen zu wollen - 60 Prozent verfolgen damit das Ziel, die Kosten zu senken. Doch wer hoch hinaus will, der braucht ein stabiles Fundament. Das gilt nicht nur für den Bau von Wolkenkratzern, sondern auch für eine erfolgreiche Multi-Cloud-Strategie. Unternehmen müssen vier Herausforderungen meistern, damit der Sprung in die Wolken nicht im kalten Wasser endet.

  • Ein Mikro-Rechenzentrum so gut wie die Cloud

    Unternehmen befinden sich an einem Wendepunkt. Sie müssen neue Wege finden, wie sie Kunden für sich gewinnen. Die Geschäftsentwicklung erfolgt heute nicht mehr linear. Stattdessen können sich Chancen jederzeit aus allen Richtungen auftun. Unternehmen brauchen die Flexibilität, um umgehend reagieren zu können. Mit einem traditionellen Rechenzentrum ist das nicht möglich. Starre IT-Strukturen sind eher ein Bremsklotz als ein Enabler, weil sie zu komplex zu managen sind und jede Änderung viel Zeit kostet.